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Mehr als die vier Ströme Edens nähren die poetische Sprache. Permanent visitieren Dichter:innen neue Quellen, entdecken oder erschaffen kurzerhand ein frisches Murmeln im Reservoir der Stimmen. Sind es nach dem Verlust eines paradiesischen Einvernehmens gerade die poetischen Stimmen, die als Sprachen vor den Sprachen, überhaupt mitten im Wirren und Verworrenen, in der Verunsicherung der Freiheit neu ins Wort finden? Dabei freilich mehr genuin sprechen als klar oder abschließend zu antworten. Nachdem alles Reden vergiftet, die Begriffe vage oder stumpf geworden sind, ist da also unbeirrt, unverschämt frivol, das Möglichkeitsmurmeln der Poesie. Daniela Seel, Dagmara Kraus und Nico Bleutge entwickelten in ihren jeweiligen Werken ein Sprechen vor den Sprachen. Sie erhielten für Ihr Werk zahlreiche Ehrungen sowie die Förderung des Deutschen Literaturfonds. Ihre Arbeit steht für die wertvolle Ressource, die die Poesie nicht nur für die Literatur im weiteren Sinne darstellt, sondern auch für menschliche Dialogizität und Sprunghaftigkeit überhaupt ist. Sie engagierten sich durch kritische Stellungnahmen, Herausgaben, Übersetzungen, künstlerische Interventionen, Lehre und Organisation intensiv in den deutschsprachigen Literaturlandschaften. Ihre Arbeit ist zudem durch einen produktiven Austausch mit der internationalen Literatur charakterisiert. Bei diesem Podiumsgespräch wollen wir kurze Einblicke in aktuelle Bücher der Autoren nehmen, aber auch ihr Nachdenken über das Erfinden von sprachlicher Kunst anzapfen.
Teilnehmende: Daniela Seel (Berlin, aktuell „Nach Eden.“ Suhrkamp Verlag, Berlin 2024 ), Dagmara Kraus (Strasbourg, aktuell „Poetiken des Sprungs.“ Urs Engeler, Schupfart 2022) und Nico Bleutge (Berlin, aktuell „schlafbaum-variationen.“ C.H. Beck, München 2023).
Moderation: Paul-Henri Campbell (Wien)
Veranstalter: Deutscher Literaturfonds in Kooperation mit dem Netzwerk Lyrik

