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In Comics aus Manila bildet sich eine gesprochene Sprache ab, die hybrider nicht sein könnte - da kommen alle irgendwie mit. Annette Hug führt in kurzen Übersetzungs-Übungen hinein in den Sound einer asiatischen Weltstadt.
Wer Tagalog hört, versteht vielleicht einige spanische Worte und englische Nebensätze. Der dominante Sprachfluss der Sprache von Manila ist jedoch austronesisch, unter anderem mit dem Indonesischen verwandt. In Comics bildet sich eine hybride Sprache ab, wie sie in der philippinischen Hauptstadt gesprochen wird. Annette Hug lädt mit kurzen Übersetzungs-Übungen dazu ein, sich selbst in diesen Mix hinein zu begeben. Über einzelne Worte, Sätze und Figuren aus Comics und Gedichten eröffnen sich Einblicke in den Witz, mit der die städtische Jugend den Zumutungen der post-kolonialen Gegenwart begegnet. So bietet dieser Workshop einen Vorgeschmack auf die Literatur, die 2025 zum philippinischen Gastlandauftritt erscheinen wird.
Annette Hug, geboren 1970, hat in Zürich und Manila Geschichte und Women and Development Studies studiert. Nach Tätigkeiten als Dozentin und Gewerkschaftssekretärin lebt sie heute als freie Autorin und Übersetzerin aus dem Tagalog (Filipino) in Zürich. Für ihren Roman “Wilhelm Tell in Manila” erhielt sie 2017 den Schweizer Literaturpreis. 2022 wurde sie für ihren Roman “Tiefenlager” mit dem Schillerpreis der Zürcher Kantonalbank ausgezeichnet. 2024 erschien ihre Übersetzung des Gedichtbands “Offenes Meer” der philippinischen Autorin Luna Sicat Cleto bei der Edition Tincatinca.

